Die letzten vier Tage habe ich in Lijiang verbracht, einer kleinen Stadt im Norden der Provinz Yunnan. Yunnan ist eine der wahrscheinlich vielfältigsten Provinzen, die vom tibetischen Hochland Bis hin zum tropischen Regenwald Alles zu bieten hat. Lijiang merkt man aber noch nicht viel von seiner Nähe zu -Tibet an, allerdings fällt einem die für China untypische dunkle Haut einiger Einwohner auf. Es handelt sich hierbei um die Naxi, eine der chinesischen Minderheiten. Mitten in der Altstadt findet man zahlreiche Hostel und Hotels. In den bunten Gassen gehen einige der Naxi der Profession des Webens nach, und entwerfen traditionelle Gewänder, die sie in den schmalen Gassen verkaufen. Andere Naxi stellen Schmuck her oder bereiten ihre traditionellen Gerichte für die Touristen zu. Man merkt schon sehr dass die Stadt durch den Tourismus geprägt ist, aber trotzdem macht es Spaß durch die bunten Gassen zu schlendern.
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Nahrungstechnisch hat Lijiang einiges zu bieten. Neben den speziellen Naxi-Gerichten bin ich hier nun das erste mal dazu gekommen etwas wirklich exotisches zu probieren: Hühnerfüße und Insekten. In Lijiang gibt es einen speziellen Laden, in dem man sich quasi vor seinen Augen das Essen zubereiten lassen kann, in dem man nur mit dem Finger auf das zeigt, was man haben möchte. Wir haben uns für den Insekten-Mix aus Heuschrecke, Made und Libelle entschieden, natürlich fritiert. Wenn man erstmal den inneren Schweinehund überwunden hat, stellt man fest dass das ganze fast so wie gesalzene Chips schmeckt. Hühnerfüße würde ich nicht wieder nehmen. Nicht weil sie nicht gut schmecken, aber das rumgekaue ist für das bisschen Nahrung, das dabei herauskommt einfach zu viel. Bei den Chinesen ist das anders, die zelebrieren das lange Kaugefühl.
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In Lijiangs Altstadt kann man auch ein Naxi Konzert besuchen, in dem die Seniorengarde verschiedene Traditionelle Instrumente anspielt. Unter anderem auch die Guzheng und die Guqin, zwei meiner absoluten Lieblings-Instrumente.

Zwischendurch haben wir einen Ausflug zur Tiger Leaping Gorge gemacht, spektakulär, das verspreche ich euch. So spektakulär dass ich den Beitrag darüber erst veröffentlichen möchte, wenn die Bilder wieder funktionieren.

Lijiang wird mir aber langsam zu kalt, und da meine Schuhe noch immer durchnässt sind von dem vielen Regen werde ich jetzt zunächst nach Kunming und von da aus dann nach Xishuangbanna reisen, das sich nahe der Grenze zu Burma (Myanmar) und Laos, im Süden von Yunnan befindet. In Kunming wird sich dann leider auch der Weg von meinen beiden Bielefeldern Simon und Suganya trennen, die von dort aus weiter nach Peking reisen.