Meine, oder besser gesagt unsere letzte Reise verschlug uns dank eines unschlagbaren Angebotes der Urlaubspiraten nach Sansibar. Sansibar ist ein kleines Archipel vor der Ostküste von Afrika und ein Teilstaat von Tansania. Jeder der meinen Blog bereits gelesen hat, weiß dass ich auch gerne ein paar interessante Fakten hinzufüge, wer sich also nicht für die Geschichte Sansibars interessiert, sondern eher für das was man erleben kann, der sollte vielleicht die nächsten zwei Absätze überspringen.

Der Strand von Makunduchi auf Sansibar

Fakten über Sansibar:

Die Gewürzinsel Sansibar umfasst 2461 km(zum Vergleich: Die Insel Rügen hat 926 km2). Von seinen 1.300.000 Einwohnern (etwa die Einwohnerzahl von München) sind 99% muslimischer Konfession, was unter anderem mit den historischen Gegebenheiten zusammenhängt. Die offiziellen Landessprachen sind Swahili und Englisch. Obwohl Sansibar zunehmend touristisch erschlossen wird, beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen nur mickrige 250€, und über die Hälfte der Bewohner leben unter der Armutsgrenze. Sansibar ist, und das darf man nicht vergessen ein Dritte-Welt-Land. Zu den Hauptexportgütern gehört neben Gewürzen wie Safran und Curry vor allem das Seegras, welches gewinnbringend an Pharmakonzerne verkauft und zu Schönheitslotionen verarbeitet wird. Vielleicht trägt ja der ein oder andere von euch ab und zu ein Stück Sansibar im Gesicht 😉

Kleine weiße Krabben entlang des Strandes von Sansibar

Historisches – Zu wem gehörte eigentlich Sansibar?

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verlor Portugal viele seiner Kolonien, so auch Sansibar, an den Sultan von Maskat (Oman), unter dessen Herrschaft sich vor allem der Elfenbein- und Sklavenhandel entwickelte. Erträge aus dem Gewürznelken-Handel wurden vor allem für Schusswaffen und Munition ausgegeben, um die Herrschaftsstrukturen der Sklaverei aufrecht zu erhalten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Insel ein freies Sultanat und wurde dann 1890 von Großbritannien zum Protektorat erklärt und somit dem britischen Kolonialreich einverleibt. Obwohl viele Menschen denken dass Sansibar im Rahmen des Sansibar-Vertrages gegen Helgoland getauscht wurde, entspricht dies nicht der Wahrheit. Zu keinem Zeitpunkt war Sansibar eine deutsche Kolonie. Seine Unabhängigkeit erlang Sansibar am 10. Dezember 1963 als konstitutionelle Monarchie. Bereits einen Monat später kam es zum Staatsstreich, und in einer blutigen Revolution wurde durch den Revolutionsrat, angeführt von John Okello, die Volksrepublik Sansibar ausgerufen. Wer ausführlicher über die Geschichte nachlesen möchte, kann dies hier oder dort tun.

Eines der vielen Kolonialgebäude auf Sansibar

Karibu kwa Zanzibar!

Nun aber zum eigentlichen Teil dieses Beitrags – Unser Sansibar-Urlaub. Wie bereits beschrieben haben wir unser Angebot über die Urlaubspiraten geschossen, und haben für 7 Nächte Sansibar inklusive Flug und Hotel mit Frühstück läppische 550€ bezahlt, mit Abflug ab Amsterdam Shiphol. Hinzu kommen noch 50€ fürs Visum und 70€ für die Gelbfieberimpfung (die übrigens laut der WHO mittlerweile lebenslang hält!).

Unser Hotel lag in dem kleinen Dorf Makunduchi, im Südosten der Insel, weit weg von den meisten Sehenswürdigkeiten. Vom Flughafen fährt man je nach Verkehr zwischen 1,5 und 2 Stunden. Unsere ersten zwei Tage verbrachten wir damit die Umgebung zu erkunden und festzustellen, dass wir wirklich in der Pampa gelandet waren. Tagestransfers in die Stadt und zurück kosten 40€, eindeutig zu viel. Wie wir feststellten waren wir nicht die einzigen Deutschen im Hotel, und so haben wir uns untereinander arrangiert, und konnten später dann auch ganze Tagestouren für weit weniger Geld buchen.

Geckos (Phelsuma) findet man auf Sansibar häufig

So kam es dass wir am 3. Tag zunächst in den Jozani-Rainforest fuhren, ein kleines Rückbleibsel des einst so großen Regenwaldes von Sansibar. Neben Eukalyptusbäumen und vielen tropischen Pflanzenarten findet man vor allem auch frei lebende Affen, insbesondere die Arten „Blue Monkey“ und „Red-tailed Monkey„, von denen die Zweiteren keine Scheu vor Menschen haben. Man kann ihnen beim Spielen, Essen und Klettern zusehen, die Affen stören sich herzlich wenig daran. Füttern ist natürlich verboten. Einen weiteren Teil des Jozani-Reservoirs bildet der Mangroven-Wald, der mit seinem Wurzelwerk selbst einem Tsunami standhalten könnte.

Rotschwanzäffchen im Jozani Forest, Sansibars Nationalpark

Anschließend ging es für uns weiter nach Stonetown, der Hauptstadt Sansibars. Zunächst über den aus vielen Wellblech-Hütten gezimmerten Gewürzmarkt, und dann durch die schmalen Gassen Richtung Hafen.  In Stonetown kann man auch noch einige der alten Kolonialgebäude sehen, die den Charme der Stadt ausmachen. Stonetown ist ein hartes Pflaster – Nachts sollte man nicht alleine durch die Gassen schlendern. Beim Abheben am Geldautomaten wird einem schon etwas mulmig wenn nebenan ein mit Sturmgewehr bewaffneter Soldat steht – aber es dient eher unserem Schutz, als dass es uns bedrohen sollte.

Der Gewürz- und Lebensmittelmarkt in Stonetown, Sansibar

Am 4. Tag sind wir dann nach Paje gefahren, dem Paradies für Kitesurfer, von denen allerdings nicht all zuviel zu sehen war. Vermutlich weil die Saison vorbei ist und eigentlich Regenzeit müsste, hätte sich diese nicht mysteriöserweise um einen Monat verschoben. Der Sand in Paje ist der Feinste, den ich je zwischen meinen Zehen gespührt habe. Es ist die Art von Sand die sich überall sammelt, und noch nach Monaten in deiner Wohnung zu finden ist. Und das Wasser ist blau, so blau und klar, dass Fotos es nicht getreu wiedergeben können. Allgemein hat es schon etwas von Paradies, in der Hängematte vor sich hinzudösen, mit einer selbst geöffneten Kokosnuss, die frisch von der Palme gefallen ist.

Frische Kokosnuss am Strand von Sansibar genießen
Der endlosweiße Strand von Paje, Sansibars Kitesurf Gebiet

Das letzte Highlight unserer Reise war die Delfin- und Schnorcheltour am 6. Tag. Zunächst sind wir ein Stück auf das Meer hinaus gefahren, und da waren sie auch schon – eine Familie von Delfinen ca. 20-25 Stück, direkt vor unseren Augen. Aufgrund des regen Treibens auf dem Wasser tauchten diese jedoch meistens ab, so dass es schwer war wirklich mit ihnen zu schwimmen, beeindruckend war es aber allemal. Auf dem Rückweg zur Küste machten wir noch einen Zwischenstopp bei einem kleinen Korallenriff, welches ebenfalls ziemlich beeindruckend war. Nicht wegen seiner Korallen, denn diese waren leider größtenteils abgestorben, aber wegen der Fische, welche die korallenbewachsenen Felsen umkreisten.

Schnorcheln vor der Küste von Sansibar

Insgesamt hat uns Sansibar wunderbar gefallen, und selbst für eine zweite Reise würde es noch genug zu sehen geben. So fehlte uns zum Beispiel die Zeit für die Gewürztour, die Schildkröten-Aufzuchtstation in Nungwi und das Mnemba-Atoll. Ich vermute mit zwei Wochen kommt man auf Sansibar bestens zurecht.

In diesem Sinne: Danke fürs Lesen und Hakuna Matata 😉

Hakuna Matata Sansibar!