Alle Dinge gehen irgendwann vorbei. Das Ende meiner Reise kam leider gefühlt viel zu früh. Wie gerne wäre ich noch länger in diesem wunderschönen Land geblieben, hatte ich mich doch gerade so richtig schön eingelebt. Während ich diese Zeilen schreibe befinde ich mich bereits wieder in Deutschland, an meinem Schreibtisch, der Alltag hat mich wieder. Teilweise ist es schön, dass alles wieder in einem geordneten Rahmen läuft andererseits erfüllt es mich mit Traurigkeit, denn das Fernweh will einfach nicht verschwinden.

Die letzten Tage..

…in Shanghai habe ich noch einmal ausgekostet, ein paar Freunde getroffen, und ein paar letzte Einkäufe erledigt. Die chinesische Mode ist der europäischen meines Erachtens meilenweit voraus. Shanghai ist ein Shopping-Paradies, insbesondere die Nanjing Road, in dessen Nebenstraße sich mein Hostel befindet. Als Geheimtipp würde ich hier mal die H&M-Äquivalente „Metersbonwe“ und “ Baleno“ in den Raum werfen.

So kam es dann, dass mein Rucksack am Ende mit 14kg ein ordentliches Kampfgewicht auf die Waage gebracht hat. An der Sicherheitskontrolle habe ich gehofft, wegen irgendeiner Kleinigkeit aufzufallen, um doch noch nicht zurückreisen zu müssen, doch leider bin ich weder ein Schmuggler, noch habe ich Straftaten begangen. Und so ging es problemlos weiter in den Duty-Free Bereich. Die weitere Rückreise verlief dann relativ unspektakulär, nach 14 Stunden lande ich sicher in Düsseldorf, müde, aber gesund.

Erwartungen und Realität

Ich hatte ja bereits angesprochen, dass China nicht so ist, wie man es sich vorstellt. Die Erwartungen vom riesigen Land mit viel Natur, großen, unberührten Grünflächen und einer beständigen Tradition sind nur teilweise wahr. China befindet sich in einem großen Umschwung, sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell. Wohin das Auge schaut, überall sind Baustellen, denn China will unbedingt wachsen. Leider auf Kosten des kleinen Mannes, so dass die Kluft zwischen Arm und Reich wächst und wächst. So ist es nicht verwunderlich dass es viele Bettler und Obdachlose gibt. Traditionelle Gebäude und ältere Siedlungen fallen dem Bau-Wahn zum Opfer. Wo sich vor einem Jahr noch eine Gasse mit köstlichem Street-Food befand, stehen mittlerweile Wolkenkratzer und einheitliche Wohnblocks. Einzig die Tempel und Klosteranlagen bleiben unberührt. Jedes Stück Land, das nicht gerade bebaut ist, wird für den Anbau von Lebensmitteln verwendet, grüne Wiesen gibt es kaum. Einzig die mit Wäldern bewachsenen Berge sind in natürlichem Zustand geblieben.

Trotzdem ist China ein wunderschönes Land, und auch außerhalb der bekannten touristischen Städte und Schauplätze (Terracotta-Armee, Die große Mauer, Die verbotene Stadt […]) gibt es viel zu entdecken. Wer glaubt mit einer einzigen Reise hätte man alles in China gesehen, der irrt sich gewaltig, denn selbst innerhalb eines ganzen Jahres hätte man nicht alle Impressionen einfangen können.

Die Sache die mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass die Menschen in China zumindest nach außen hin eine unheimliche Fröhlichkeit versprühen. Immer wieder sehe ich lachende Menschen, die egal ihrer Lebensumstände glücklich zu sein scheinen. Zu keinem Zeit habe ich mich (abgesehen von der Sprache) ausgegrenzt gefühlt. Freundlichkeit wird in diesem Land großgeschrieben, und ich könnte mir vorstellen, dass das ganze insbesondere mit der buddhistischen Lebenseinstellung zusammenhängt. Die Chinesen gehen übrigens auch gerne mal auf Fremde zu, und so wird man gerne mal auf Chinesisch angesprochen, wo man denn herkommt, und wie einem China gefällt. Bei uns kommt mir das irgendwie anders vor, es wird weniger gelächelt, und auf Fremde generell kaum eingegangen.

Ich wurde oft gefragt ob ich als einzelne Person reise, und ob ich denn keine Angst hätte, so ganz allein in einem fremden Land. Ich möchte euch hiermit die Angst nehmen, und euch sagen:

Traut euch!

Es gibt nichts schöneres als auf Reisen neue Freundschaften zu schließen, und Sachen für sich zu entdecken. Man wird auch wesentlich selbstständiger, und so wirklich alleine ist man nie. Auch was die Sicherheit angeht, habe ich mich wirklich nie bedroht gefühlt. China ist mit eines der sichersten Reiseländer. Ich würde es wieder so machen.

Was kostet der Spaß denn jetzt genau?

Eine Sache auf die die meisten von euch wahrscheinlich schon gewartet haben ist der Beitrag zu den Ausgaben einer solchen Reise. Ich mache es kurz und knapp, und liefere euch eine selbsterklärende Tabelle. Wer dann noch Fragen hat, unten findet ihr die Kommentar-Sektion. 😉

Reisekosten

 

Tatsächliche Reiseroute und Distanzen

Wer ein bisschen mitgelesen hat, der weiß, dass sich meine Route über den Reiseverlauf ein wenig geändert hat. In diesem Abschnitt findet ihr die Reiseroute, und einige andere interessante Statistiken zum Thema Zug fahren.


Größere Kartenansicht

Alle Distanzen von insgesamt 10.783 Km wurden mit dem Zug überwunden. Ich bin 9 Mal mit dem Zug gefahren. Im Durchschnitt dauerte die Zugfahrt 21 Stunden. Die längste Fahrzeit betrug 37 Stunden und umfasst die Strecke von Lanzhou nach Guangzhou. Von 9 Zugfahrten habe ich 8 Nächte im Zug geschlafen, am besten schläft es sich im oberen Bett. Auf jeder Zugfahrt spricht statistisch mindestens 1 Chinese pro Abteil ordentlich Englisch, man muss nur den richtigen erwischen. Es ist übrigens unmöglich im falschen Zug zu landen, da alles von mehreren Instanzen kontrolliert wird, sobald man den richtigen Wartebereich findet, kann man nichts mehr falsch machen.

Abschließende Worte:

Zunächst möchte ich mich für das Mitlesen und Mitverfolgen meiner Abenteuer bedanken. Es freut mich zu hören, dass meine Beiträge und meine Bilder auf große Begeisterung stoßen. Ich habe nun von mehreren Seiten gehört, dass mein Schreibstil sehr bildlich und mit gewisser Selbstironie behaftet ist. Ich hoffe ich kann diese Eigenschaften beibehalten, und freue mich wenn ihr auch weiterhin vorbeischauen würdet, denn dieser Blog endet nicht mit der Reise, sondern wird in sporadischen Abständen aktualisiert und weitergeführt. Über Feedback in schriftlicher Form würde ich mich natürlich freuen, also lasst ruhig mal von euch hören! 😉

Auch bei noch offenen Fragen möchte ich auf die Kommentarfunktion verweisen, die keiner Registration bedarf!

Was bringt die Zukunft?

Nun heißt es erstmal, sich wieder einzuleben. Anfang Februar steht mir ein Umzug bevor, zwar bleibe ich in Bielefeld, aber ich ziehe mit einem meiner besten Kumpels zusammen. Im März gilt es ein Schulpraktikum im Bereich Chemie zu absolvieren. Danach wird es wieder ruhiger, und ich komme hoffentlich dazu, meine nächste Reise zu planen. Diese soll wieder nach China gehen, dieses mal etwas länger, und zu einer anderen Jahreszeit.

China – Wir sehen uns bald wieder!